Samba als PDC und Printserver


by Thorben.L. (Name von der Redaktion geändert)
Dieses Dokument ist Ausschnitt einer Dokumentation zur Betrieblichen Projektarbeit von T.L., es wurde von mir gekürzt, sollten Passagen unverständlich sein bin also alleine ich dafür verantwortlich, jegliches Lob gilt alleine dem Verfasser T.L.

Inhaltsverzeichnis

1.

1.1  Installation und Konfiguration...................... ..............................

1.2.2    Rechtestrategie und Verzeichnisstruktur der Domäne..................

1.2.3    Konfiguration des Primary Domain Controller (Anmeldeserver)....

1.2.4    Konfiguration des Fileservers...................................... 

1.2.5    Konfiguration des Printservers.....................................  

1.3   Installation von Windows XP-Professional auf den Workstations............ 

 

2. Anhang..............................................................................................................

2.1 Glossar.......................................................................................................

2.2 verwendete Literatur..................................................................................

 

3. Anlagen

I.      xxx

II.      RAIDconf

III.      Verzeichnisstruktur und Rechte / Domänenstruktur

IV.      smb.conf

V.      Shellskripte (useraccount / clientaccount) / Logon-Skripte

VI.      cupsd.conf

VII.      Integration der WS in die Domäne

VIII.      Druckerkonfiguration über das Webfronted von Cups / Adobe-Postscript-Treiber

IX.      Qualitätssicherung

X.      xxx

 

1.1 Samba Installation und Kompilation

 

Die heruntergeladene Datei hat die Endung .tar.gz. Dies entspricht einem komprimierten Dateiformat. Um die Applikation installieren und kompilieren zu können musste diese zuerst unter Verwendung des Befehls tar –xzvf samba-latest.tar.gz  dekomprimiert werden.

Der für die Installation benötigte Quellcode lag danach dekomprimiert in dem Verzeichnis /download/samba-3.0.0/  vor.

Allgemein betrachtet verläuft die Installation in drei aufeinander folgenden Schritten. Der erste Arbeitsschritt besteht darin, anzugeben, mit welchen zusätzlichen  Fähigkeiten und Eigenschaften der vorhandene Quellcode kompiliert werden soll.

Dabei überprüft das Samba eigene Konfigurationsprogramm „configure“ das bestehende System auf Kompatibilität zur gewünschten Sambakonfiguration. Im zweiten Schritt wird der Quellcode dann übersetzt und im dritten Arbeitsschritt wird Samba dann installiert.

Da für das Projekt eine Standardinstallation ausreichte, wurden keine zusätzlichen Parameter hinter ./configure angegeben und Samba anhand der  Befehlskette ./configure & make && make install  installiert.

Die Standardinstallation legt automatisch eine neue Verzeichnisstruktur unter dem Pfad /usr/local/samba.., wie in (AnlageIII/2) dargestellt, an.

Zum Abschluss der Sambainstallation folgten noch das Erzeugen der Hauptkonfigurationsdatei smb.conf in das Verzeichnis /usr/local/samba/lib.. und der Passwortdatei smbpasswd in das Verzeichnis /usr/local/samba/private.. .

 

Grundsätzlich besteht die Sambasoftware aus zwei Daemonen (Dienstprogramme), dem „smbd“ und dem „nmbd“, die beide gestartet sein müssen, damit der ordnungsgemäße Betrieb sichergestellt ist. Die Funktion des „nmbd-Daemon“ besteht darin, alle Namensanfragen von sämtlichen Arbeitsstationen zu beantworten. Hierbei werden IP-Adressen in die entsprechenden NetBIOS-Namen oder NetBIOS- Namen in die entsprechenden IP-Adressen übersetzt.

Der „smbd- Daemon“ ist der zentrale Server-Prozess von Samba. Er ist für die eigentlichen Datei- und Druckerdienste zuständig. Er verwaltet  die definierten Freigaben und entscheidet über alle Zugriffe auf diese.

Beide Daemonen können über die Ausführung der Startskripte „*smbd –D“ und „*nmbd –D“, die unterhalb des Verzeichnisses /usr/local/samba/sbin  abgelegt worden sind, manuell gestartet werden. Damit aber die beiden Daemonen während eines Systemboots automatisch starten, bedarf es einiger Konfigurationen innerhalb der Boot-Sequenzen von Linux.

Hierzu musste zuerst  das im Sambapaket enthaltene Suse-kompatible Startskript „rcsmb“ der Sambainstallation angepasst werden. Dazu wurden die entsprechenden Pfade für die smb.conf, für die  beiden Startprogramme „*smbd“ und „*nmbd“ sowie der Pfad für die Prozessnummern (pid) der beiden Daemonen editiert.

Anschließend musste das rcsmb-Skript  in das Verzeichnis /etc/init.d kopiert werden. Hier liegen alle Skripte, die das System während des Bootvorgangs abarbeitet. Ob ein Skript abgearbeitet wird oder nicht, entscheidet das System aufgrund eines „Links“ in den Runlevels. Das heißt, dass das rcsmb-Skript gegen die entsprechenden Runlevels gelinkt werden musste. Die Verknüpfung wurde über den „Runleveleditor“ erstellt, der über den YAST angesteuert werden kann. Bei dieser Konfiguration wurde ein Verweis in den Runlevel 2 und 3 gesetzt.

 

1.2.2 Die Rechtestrategie und Verzeichnisstruktur der Domäne (s.AnlageIII/1 und 3).

 

Vor Beginn der eigentlichen Konfiguration von Samba  mussten die globalen Gruppen und alle benötigten Ordner mit ihren spezifischen Berechtigungen auf dem Server angelegt werden .Es wurden folgende Gruppen über das Konfigurationsprogramm YAST unter dem Menuepunkt „Sicherheit und Benutzer ; Gruppen bearbeiten und anlegen“ erstellt:

Fibu           ®    für alle Mitarbeiter der Finanzbuchhaltung

Wws           ®   für alle Mitarbeiter des Warenwirtschaftssystems

Smbuser    ®     Standardgruppe für alle Accounts

Smbadmin ®   Gruppe der Samba-Administratoren

DoClient     ®   Gruppe der Domänenclients

 

Alle für den PDC relevanten Ordner, /netlogon; /profile und  /skripte  sowie die Verzeichnisstrukturen /privat/user und /public wurden unterhalb des Mountpoints /home angelegt.

Das gesamte Verzeichnis /homei  erhält root als Besitzer mit  „Schreib-Lese und Ausführungsrechten (r-w-x)“ und die Gruppenzugehörigkeit Smbuser mit nur „Lese- und Ausführungsrechten (r - x)“. Für diese Einstellungen verwendete ich die folgenden Befehle mit dem Paramter -R:    chgrp -R  Smbuser DAU    und       chmod -R 750 DAU

Die Angabe des Parameters -R  bewirkt eine rekursive Ausführung der Befehle, so dass sich die Änderungen auf alle Unterverzeichnisse gleichermaßen auswirken.

Die Mountpoints /FIBU und /WWS  erhalten root als Besitzer mit „Schreib-Lese und Ausführungsrechten (r-w-x)“, wobei /FIBU  die Gruppenzugehörigkeit der Gruppe Fibu und /WWS  die Gruppenzugehörigkeit  der Gruppe Wws erhalten. Beide Gruppen besitzen ebenfalls „Schreib-Lese und Ausführungsrechte (r-w-x)“ auf den jeweiligen Verzeichnissen.

 

1.3 Konfiguration des Anmeldeservers (PDC)

 

Die Hauptkonfigurationsdatei ist die „smb.conf(s.AnlageIV). Diese Datei ist in mehrere Abschnitte „Sections“ unterteilt, die jeweils durch einen Abschnittsnamen in eckigen Klammern eingeleitet werden. Jede smb.conf hat eine Sektion mit der Bezeichnung „[global]“.

In dieser werden Festlegungen getroffen, die den Server als Ganzes betreffen. Samba besitzt vier verschieden Sicherheitsebenen, die alle auf eine unterschiedliche Art und Weise die Authentifizierung, und damit  den Zugriff auf  Freigaben steuern.

Damit Samba als Primary-Domain-Controller agieren kann, muss die Sicherheitsebene mit „security=user“ definiert werden. Diese Sicherheitsstrategie setzt allerdings ein gültiges Benutzerkonto für jedes Domänenmitglied auf dem System sowie ein weiteres Konto für Samba selbst voraus.

Damit eine „globale Anmeldung“ der User möglich ist, war es notwendig die Optionen „domain logons“ und „encrypt password“ auf „yes“ zu setzten. Der Parameter „encrypt passwords“ wird benötigt um Samba die Verwaltung von verschlüsselten Passwörter ab Windows 98 und Windows NT 4.0 mit Service Pack 3 zu ermöglichen.

Anhand der Optionen „domain master“, „local master“ und „preferred master=yes“ übernimmt Samba den Suchdienst innerhalb seiner Domäne. Dabei bestimmt der Eintrag „os level“ -der mit einem Integerwert deklariert wird-  als welches Betriebssystem  sich Samba gegenüber dem Netzwerk ausgeben soll, wenn es um die Verteilung der Suchdienste geht.

Mit den Optionen „workgroup“ und „netbios name“ wurde der Name der Domäne und der Servername festgelegt.

Die Option „logon script=%U.bat“ verweist auf  ein benutzerspezifisches „Logon-Skript“, das über die Freigabe „[netlogon]“ zur Verfügung gestellt wird. Bei einer globalen Anmeldung wird diese dann vom Server aus an die Workstation übergeben und dort ausgeführt. Die Variable %U übernimmt dabei als Wert den Namen des Users, der sich an der Domäne anmeldet. Das bedeutet, dass für jedes Domänenmitglied ein „Logon-Skript“ unter der Freigabe „[netlogon]“ hinterlegt sein muss.

Damit jedem User ein  „Roaming Profile“ zur Verfügung steht und dadurch eine globale Anmeldung von jeder Domänen-Arbeitsstation aus möglich ist, wird die Option „logon path=\\%N\profile\%U“ gesetzt.

Dabei stehen die Parameter „\\%N“ für den Netbiosnamen des PDCs und „\%U“ für den Namen des Domänenmitglieds. Die Angabe \profile\ dient als Verknüpfung zu der Sektion „[profile]“. In dieser Sektion ist  unter Verwendung diverser Optionen die Pfadangabe des tatsächlichen Verzeichnisses sowie die Berechtigungen auf die später abgelegte Windows-Profile angegeben. Innerhalb des Verzeichnisses /profile haben alle User ihr eigenes Unterverzeichnis, das nach ihnen benannt ist. In dieses wird bei einer globalen Anmeldung und einer anschließenden Abmeldung  das userspezifische Windows- Profil abgelegt. Dieses servergespeicherte Profil ist dann zentral verfügbar und wird bei einer erneuten globalen Anmeldung von dem Server auf die Workstation kopiert.

Die Option „admin users=@Smbadmin“ legt die Gruppe fest, denen Samba „root-Rechte“ für administrative Tätigkeiten vergibt,  wie zum Beispiel das Einbinden neuer Arbeitsstationen in die  Domäne „home.lan.

 

Skripte zur Samba Benutzerverwaltung

Generell werden beim Anlegen eines Useraccounts die Befehle „useradd [Name]“ für die  Systemebene und „smbpasswd -a[Name]“ für die Sambaebene verwendet.

Die Befehlskombinationen „useradd [Computername]\$“ und „smbpasswd -a-m [Computername]“ werden für das Anlegen eines Clientaccounts verwendet. Hierbei muss hinter dem Namen der Workstation ein „$“ gesetzt sein, damit das System dieses als Maschinenkonto erkennen kann .

Um die Administration der Benutzerverwaltung zu vereinfachen, wurden von mir die Shellskripte „useraccount.bat“ und „clientaccount.bat“ geschrieben.

Das Skript „useraccount“ automatisiert dabei das Anlegen neuer Benutzerkonten und    „clientacount“ das Anlegen  von Domänen-Arbeitsstationskonten.

Bei der Ausführung von „useraccount“ (s.AnlageV/1) wird zunächst der Benutzername  und anschließend die Gruppenzugehörigkeit abgefragt. Daraufhin wird automatisch auf dem System durch die Ausführung des Befehls useradd mit den zusätzlichen Parametern -d ,-s ,-c und -G der Account erstellt. Dabei beschreibt -d den Pfad für das persönliche Verzeichnis (Homeverzeichnis) des Users. Da aus Sicherheitsgründen jedem Mitarbeiter eine lokale Anmeldung auf dem Server verwehrt bleiben soll, wird der Parameter -s mit der Option /bin/false gesetzt. Die Kombination „-s /bin/false/ “ bewirkt, dass keine Anmeldeshell auf dem Server für den angelegten Account existiert. Der Parameters -c kommentiert die Gruppenzugehörigkeit und mit

-G werden die zuvor ausgewählte Gruppe sowie die Standardgruppe „Smbuser“ dem neuen Account zugeordnet.

Der anschließende Aufruf des Befehls mkdir erzeugt das „Homeverzeichnis“ unter dem Pfad /home/privat/ user/$USER und das „Profilverzeichnis“ unter dem Pfad /home/pfofile/ $USER.

Die Befehle chmod und chown setzen die entsprechenden Zugriffsberechtigungen und weisen der neuen Verzeichnisstruktur den Besitzer zu.

Im weiteren Ablauf wird durch den Aufruf von smbpasswd -a $USER der nötige Account für die Sambaebene angelegt.

Im letzten Ausführungsschritt wird das benutzerspezifische Logon-Skript generiert. Hierbei wird aufgrund der Gruppenzugehörigkeit das entsprechende unter /skripte hinterlegte Basisskript ausgewählt und unter Verwendung des Accountnamens  dann in das Verzeichnis /netlogon als „Username.bat“  kopiert.

Das Skript clientaccount (s.AnlageV/2) dient der Erstellung von Accounts für Arbeitsstationen. Bei diesem Skript wird ebenfalls vor dem Anlegen zunächst der Computername abgefragt   und anschließend durch useradd -g-c-d-s [Computername]\$ das Konto auf dem System erzeugt. Alle Arbeitsstationskonten werden der Gruppe DoClient zugeordnet. Der Aufruf smbpasswd  -a-m [Computername] bewirkt das Anlegen des Kontos für Samba.

 

Logon Skripte (s.AnlageV/3)

Logon-Skripte sind Batchdateien, die einen oder mehrere MS-DOS/NT-Befehle enthalten, die zum Zeitpunkt der globalen Anmeldung nacheinander auf der Workstation ausgeführt werden. Insgesamt wurden von mir die vier Standardskripte „logAdmin.bat“, „logFibu.bat“, „logWWS.bat“ und „Smbuser.bat“ geschrieben, die alle in dem Basisverzeichnis /skripte abgelegt sind. Alle vier Skripte dienen der benutzerspezifischen Konfiguration der Arbeitsstationen während einer globalen Anmeldung an der Domäne.

Bei der Ausführung des ersten Befehls net -mit der Option set time- wird die Systemzeit der Workstation mit der  des Servers synchronisiert. Anschließend werden durch die Ausführung des Befehls net use die angegebenen Laufwerksbuchstaben mit den entsprechenden Freigaben des Sambaservers verbunden. Diese erscheinen dann als Netzlaufwerke auf der Arbeitsstation. Dem User stehen dann sofort die für ihn berechtigten Freigaben zu Verfügung.

 

1.4 Konfiguration des Fileservers

 

Freigaben werden durch das Anlegen von weiteren Sektionen in der Datei smb.conf (s.AnlageIV) deklariert. Insgesamt wurden vier neue Sektionen spezifiziert. Eine für den Zugriff auf die Applikation der Finanzbuchhaltung mit dem Freigabenamen „[Fibu]“ und eine weitere für den Zugriff auf das Warenwirtschaftssystem mit dem Freigabenamen „[WWS]“.

Des weiteren ein öffentliches, das über den Freigabenamen  „[public]“ allen Netzwerkteilnehmern gleichermaßen zur Verfügung steht, sowie „[privat]“, das als Freigabe für die persönlichen Verzeichnisse der Benutzer dient.

Der gruppenspezifische Zugriff auf die Freigaben [Fibu] und [WWS]  wurden anhand der Option „valid users=@entsprechender Gruppenname“ ermöglicht. Mit „writeable=yes“ bekommen die zugewiesenen Gruppen das Recht schreibend auf diese zuzugreifen.

Die Kombinationen aus „create mask“ und „force create mode“ sowie „directory mask“ und „force directory mode“ sorgen für das Setzen der gewünschten Berechtigungs-Bits auf neu angelegte Dateien bzw. Verzeichnisse. Hierbei wird die „Welt“ außen vor gelassen.

Aufgrund der Tatsache, dass alle Accounts der Gruppe Smbuser standardmäßig angehören, erhalten damit auch alle neu angelegten Verzeichnisse und Dateien unterhalb von /Fibu und /WWS diese als Gruppenzugehörigkeit, wenn keine Änderungen in der bis dahin bestehenden Konfiguration vorgenommen werden würden. Dieser Zustand würde ein enormes Sicherheitsrisiko darstellen, da alle Mitglieder der Gruppe Smbuser theoretisch mit Lese-Schreib- und Ausführungsrechten auf die neu angelegten Dateien und Verzeichnisse ausgestattet wären.

Um die Vertraulichkeit von neu angelegten Verzeichnissen und Dateien unterhalb von /Fibu und /WWS zu gewährleisten, wurde auf diesen das „set-group-ID-Bit“ gesetzt. Diese Zuweisung erfolgte über die Eingabe von chmod g+s /Fibu bzw. chmod g+s /WWS. Dadurch ist sichergestellt, dass alle neu angelegten Strukturen unterhalb von /Fibu die Gruppenzugehörigkeit Fibu und unterhalb von /WWS die Gruppenzugehörigkeit Wws  erhalten.

 

1.5 Konfiguration des Printservers

 

Um Drucker unter Samba zur Verfügung stellen zu können müssen diese zunächst einmal von Linux aus ansprechbar sein. Hierfür wurde das Drucksystem „Cups“ konfiguriert.  Cups bietet -wie im Soll-Konzept bereits erwähnt- eine webbasierte Konfigurationsschnittstelle. Unter Verwendung der URL http://home:631/admin kann diese Schnittstelle von allen  Arbeitsstationen aus -die berechtigt sind- bequem über einen Webbrowser aufgerufen werden.

Um das Web-Interface von einer anderen Station aus ansprechen zu können mussten  zuvor  einige Einstellungen in der Hauptkonfigurationsdatei von Cups der cupsd.conf unter dem Editierungsbereich „Security Options“ vorgenommen werden.

Während einer Druckerkonfiguration  über „Cups“ werden automatisch zwei druckerspezifische Konfigurationsdateien erzeugt. Diese sind die „printers.conf“ und die printcap-Datei. In der „printers.conf“ werden alle druckerspezifischen Parameter (z.B Schnittstelle oder Default-Printer) definiert. Die printcap-Datei listet die über Cups konfigurierten Drucker auf. 

Alle unter /etc/printcap aufgelisteten Drucker können als Netzwerkdrucker über Samba für Windows-Clients freigeben werden.

Damit Samba diese Druckerdefinitionsdatei auch ansprechen kann, ist es notwendig diese in der Sektion [global] unter Verwendung des Parameters „printcap name=/etc/princap“ anzugeben. Weiterhin musste dass verwendete Drucksystem mit der Option „printing=cups“ für Samba beschrieben werden.

Die eigentliche Druckerfreigabe wurde über die Deklaration einer weiteren Sektion in der smb.conf realisiert. Innerhalb dieser Freigabe sind die Optionen „printable = yes“, „public= yes“, „path=/var/spool/samba“ sowie „printer = lp“ gesetzt.

Der Parameter printable definiert dabei eine Druckerfreigabe, public sorgt für den allgemeinen und uneingeschränkten Zugriff und path legt den Spool-Bereich fest, in das Samba den Druckauftrag als Datei ablegt. Die Angabe der Option printer verweist auf die unter /etc/printcap  beschriebenen Warteschlange „lp“  des installierten Druckers.

Generell besteht die Möglichkeit, Drucker auf zwei Arten über Cups zu konfigurieren, entweder als „Postscript-Printer“ oder als „Raw-Printer“. Ist ein Drucker als „Raw-Printer“ konfiguriert, so muss die Aufbereitung des Druckauftrags in die entsprechende Druckersprache auf der Arbeitsstation selbst mittels des spezifischen Druckertreibers erfolgen.

Das einheitliche Druckformat unter Linux ist allerdings Postscript, das durch die Mithilfe des Zusatzprogramms Ghostscript in viele druckereigene Formate umgewandelt werden kann. Diese Fähigkeit von Ghostscript kann voll ausgenutzt werden, indem auf allen Workstations ein „generischer Postscript-Treiber“ installiert wird, dabei ist es für die Clients völlig unbedeutend, welches Druckermodell sich hinter einer Freigabe von Samba tatsächlich verbirgt. Die Umwandlung findet ausschließlich auf dem Printserver mittels Ghostscript statt. Der große Vorteil dieser Methode liegt darin, dass nur ein einziger, universeller Postscript-Treiber notwendig ist, egal ob als Plattform Windows XP oder Windows NT 4.0 verwendet wird.

Als universeller Treiber wurde hierzu auf allen Clients, zu einem späteren Zeitpunkt des Projektes der „universelle- Postscript-Treiber“ von Adobe installiert.

 

1.6 Integration von XP Clients

 

Ø      Mit XP hat Microsoft eine geänderte  Verschlüsselung für Domain-Logins eingeführt, die Samba 3.0.0 nicht beherrscht.

Ø      Über den Editor für „lokale Sicherheitsrichtlinien“ lässt sich die neue Verschlüsselungsmethode auf den Clients deaktivieren. (s.Anlage III)

 

 

Druckerkonfiguration:

Nach dem erfolgreichen Einbinden aller Arbeitsstationen in die Domäne, folgte die Installation des Druckers auf dem Server über das Web-Interface von Cups. Die Vorgehensweise ist unter AnlageVIII/1 dargestellt. Anschließend wird auf allen Arbeitsstationen der universelle Postscript-Treiber installiert und durch das Menue „Drucker und Faxgeräte“ die lokale Schnittstelle (LPT1) mit der Sambafreigabe verknüpft (s.AnlageVIII/2).

 

 

2. Anhang

 

2.1 Glossar

 

Roaming Profile    „streunende- Profile“- zentral abgelegte Benutzerprofile, die für jede

                              Arbeitsstation zur Verfügung stehen.

 

FreeBSD                        ist ein Unix-System

 

Proxy-Server                        Zwischenspeicherung - meist für Internetseiten. Ein Proxy-Server

                        wird häufig eingesetzt, um den Zugang zu Webseiten beschleunigen

                        zu können.

 

Squid                        Software-Paket des Proxys unter Unix- bzw. Linux- Distributionen.

 

RAID                        “Redundant-Array of Independent-Disks” -  redundante Reihe

                        unabhängiger Laufwerke.

 

Twisted Pair                        „verdrilltes-Kabel“, Kabeltyp für Fast Ethernet, Steckernorm ist RJ45

 

YAST               “yet another systemadministration tool ”- System Konfigurationswerkzeug

                         speziell  bei Suse-Distributionen.

                       

PDC                        “Primary-Domain-Controller”- ist ein Server, der innerhalb einer Netzwerk-

                          Domäne zur Verwaltung (z.B. von Benutzerkonten) eingesetzt wird

 

Remote-Access            Fernzugriff  auf ein System (z.B. Server).

 

dedicated        Ein Server dient ausschließlich  der Bereitstellung von

                               Netzwerkdiensten. Der Server wird nicht als zusätzliche WS genutzt.

 

Hot-Swap                        der Austausch einer defekten Festplatte innerhalb eines Raid-Arrays

                        während des laufenden Betriebs.

 

Grub                        der gängigste Bootloader  bei Linux- Distributionen.

 

root                  Benutzerkonto sowie der Name einer Gruppe mit  uneingeschränkten

                                                  Zugriffsrechten auf das System.

 

Daemon                        Bezeichnung für ein „Dienstprogramm“ unter Unix- und Linuxsystemen.

 

Runlevel                        Der Runlevel definiert den Betriebszustand des Systems.

 

Cups                        Common-Unix-Printing-System, aktuellstes  Drucksystem für Unix- und

                        Linux- Distributionen.

 

Die Kommandos für root:

 

chgrp   (change group)                        Ändert die Gruppenzugehörigkeit eines

                        Verzeichnisses oder einer Datei.

chown (change owner)                        Ändert den Eigentümer eines Verzeichnisses oder

                        einer Datei.

chmod (change mode)                        Setzen der Berechtigungs-Bits für „Besitzer,Gruppe,Welt“

                        („rwx-rwx-rwx“ oder „777“).

mkdir (make directory)                        Erzeugen eines Verzeichnisses

 

2.2 verwendete Literatur

 

 

Bücher:

 

d.Punkt – Samba für Unix/Linux- Administratoren

 

O’Reilly – Samba kurz & gut

 

Suse Press – Das Samba Buch

 

Suse Press – Suse linux 8.2 Administrationshandbuch